OLYMPIASIEGER

FITNESS- & LAUFEXPERTE

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Olympia | Sydney 2000 | Sieger | 800m | Nils Schumann

Nils Schumann – vom Schulcross zu den Olympischen Spielen

Nils Schumann wurde mit seinem Sieg bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 zum Held. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Läufer der letzten Jahrzehnte und der letzte deutsche Olympiasieger im Laufsport. Der Weg zu Olympia fiel Nils Schumann nicht besonders schwer – von klein auf errang er Siege im Laufsport und gehörte immer zu den Besten. Viel beschwerlicher war es, die Karriere nach dem großen Sieg in Sydney auf demselben Leistungsstand fortzuführen. Heute ist Nils erfolgreicher Fitness Coach und Inhaber eines Studios für Personal Training  in Erfurt.

Anfänge und erste Siege

Mit dem Lauftraining begann Nils Schumann bereits in den Kinderschuhen. Sein Vater Peter Schumann leitete ein Trainingszentrum für Leichtathletik in Bad Frankenhausen und Nils übte schon früh spielerisch mit – und merkte sehr schnell ein riesiges sportliches Talent, besonders in den Laufdisziplinen. Schon früh gewann er alle Läufe, die man als Kind bestreiten kann – Schulcross, Kreiscross, Spartakiade, etc. Seinen ersten großen Lauferfolg errang Nils mit acht Jahren beim Gewinn des Bezirkscrosslauftitels. Von da an standen die Lauftrainer der DDR bei Nils Schlange und wollten ihn zur Sportschule nach Potsdam oder Halle lotsen. Seine Laufkarriere wurde aber weiter vorangetrieben und die Titel häuften sich.

1994 übernahm Bundestrainer Dieter Hermann aus Erfurt die Steuerung des Trainings und Nils wurde sofort Deutscher Jugend-Crosslaufmeister. Nach Abschluss des Abiturs setzte Nils alles auf eine Karte – er wollte sehen, was er als Läufer erreichen kann. Schon bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Sydney 1996 errang Nils auf Anhieb den 5. Platz, obwohl er deutlich jünger war als seine Konkurrenten. 1997 wurde er mit dem Junioren Europameister-Titel in Lubljana über 800 m belohnt.

Hallen- & Europameisterschaften – der Weg zu Olympia

Ende 1997 erreichte er mit einer Bestzeit von 1:46,61 Minuten den Anschluss zur Deutschen Männerspitze. Gleich darauf räumte Nils in der 1. Männersaison ab. Er wurde sowohl Deutscher Hallenmeister über 800 m als auch Halleneuropameister in Valencia. Es schien nach oben keine Grenzen zu geben.

Zwei Wochen vor den Europameisterschaften bestritt Nils sein erstes Rennen nach einer dreimonatigen Verletzung und wurde bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin Zweiter. Schon eine Woche später gewann er ein Meeting in Nürnberg mit einer Weltklassezeit von 1:45,61 Minuten. Gekrönt wurde dieses überragende Jahr durch den Gewinn des 800m Europameistertitels in 1:44,88 Minuten und dem Weltcupsieg in Johannesburg über 800 m gegen die gesamte Weltelite.

1999 wurde Nils U23 Europameister in Göteborg und gewann sein Finale im Alleingang. Aufgrund einer anschließenden Wadenverletzung war die WM in Sevilla gefährdet. Nils trat an, wurde jedoch Achter und ist im Finale chancenloser Letzter. Das weckte allerdings alle Energien und motivierte Nils weiter – er hatte die Olympischen Spiele im Blick und wollte es da besser machen.

Olympiasieg und anschließende Karriere

Schon immer war Nils von den Olympischen Spielen fasziniert und endlich wurde der Traum wahr – er gewann 2000 sowohl den Vorlauf als auch das Halbfinale in Sydney. Experten trauten Nils eine Medaille zu. Er selbst blieb entspannt und genoss die Erfolge ohne Erwartungsdruck. Das Finale war ein taktisches Meisterstück und Nils konnte seine Spurtstärke voll ausspielen und gewann sensationell den Titel.

 

Danach spielten die Öffentlichkeit und die Medien verrückt. Nils wurde Deutschlands Sportler des Jahres, reiste von TV-Show zu TV-Show und bekam hochdotierte Werbeverträge. Die Termine und die hohe Aufmerksamkeit kosteten ihn jedoch viel Kraft und machten das Training schwerer. Nils hatte seinen großen Traum erlebt und suchte nun nach neuen Visionen.

Aber alles war nun etwas schwerer und die rechte Lust am Leistungssport ging etwas verloren. 2002 gewinnt Nils in München bei der Europameisterschaft die Bronzemedaille, aber irgendwie scheint es nicht mehr dasselbe zu sein. Es folgte eine Vielzahl an Verletzungen und Operationen, welche Nils in seinem Training ausbremsten. Hinzu kam die Dopingaffäre um seinen Trainer Thomas Springstein mit dem Verdacht auf Doping Minderjähriger. Nils kämpfte weiter um sein Comeback, wurde aber von dauernden gesundheitlichen Rückschlägen immer wieder zurückgeworfen. Nach langer Odyssee lief er Ende 2007 sein erstes Rennen, jedoch weit weg von seiner Bestzeit.

Bei den Deutschen Meisterschaften 2008 wurde Nils Fünft-Platzierter und konnte wieder 1:47 Minuten laufen – der Weg zurück zur Weltspitze war jedoch noch sehr lang. 2009 errang er bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm eine Bronzemedaille, aber die gesundheitlichen Probleme nahmen kein Ende. Als Nils die Qualifikation zur WM in Berlin nicht schaffte, beendet er schweren Herzens seine Karriere.

Trotz seines Karierendes als professioneller Leichtathlet hat Nils seine Leidenschaft nicht aufgegeben: Als Fitness- & Laufexperte ist er heute glücklich und macht das, was er immer noch am besten kann.

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